I'M WITH STUPID I'M WITH STUPID I'M WITH STUPID
I´M WITH STUPID
Ein 400 qm großes Banner wurde während des laufenden Betriebs an der Fassade der Stadtbibliothek Stuttgart gehisst.

Mailand / Innenhof Kollektiv
2016
"(…) das Banner sei sich nicht explizit gegen das Milaneo gerichtet gewesen, betonen die Künstler, die hinter dem Ganzen stecken: „Der Pfeil zeigt weder auf die Menschen, die dort einkaufen, noch auf die, die dort arbeiten. Es geht nicht um den Konsumtempel an sich.“ Vielmehr soll das Gebäude als Symbol für die dahinter liegenden Strukturen, die Aktion als Protest gegen die neoliberale kapitalistische Produktionsweise verstanden werden, erklären die Macher vom Kollektiv Mailand/Innenhof (…). „Diese Probleme können nicht durch ein verändertes Konsumverhalten oder so einen Scheiß gelöst werden“, meinen die Künstler. Schließlich handle es sich nicht um Fehler im System, die kapitalistische Wirtschaftsordnung bringe diese Auswüchse zwangsläufig hervor." (Stuttgarter Zeitung)






Beduerfnisbefriedigung
Günther Mailand und Frida Innenhof versuchen ihre Bedürfnisse zu stillen.

Gemeinschaftsarbeit Mailand / Innenhof

Offene Videoreihe 2016 ff.
Teil 1: Hunger, 5:00 min
Teil 2: Anerkennung, 7:02 min
Teil 3: Veränderung, 5:41 min
Teil 4: Soziale Vernetzung, 2:21 min




In einer von Kapitalinteressen geformten Welt gestaltet sich das gesellschaftliche Leben zunehmend absurd. Denn hierbei wird der Fokus auf ökonomische Bestrebungen, nicht auf ein gutes Leben für die Menschen gelegt. Um Bedürfnisse zu stillen, müssen die vorhandenen, sozialen Strukturen eingelöst werden. Günther Mailand und Frida Innenhof versuchen ihre Bedürfnisbefriedigung an die absurde Welt anzupassen, die sie vorfinden. Heraus kommen entsprechend ad absurdum geführte Vorgänge, die trotz aller Bemühungen scheitern müssen.
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Kuglus
Eine ca 2 m große, ungefähr 110 kg schwere Kugel aus Plastik-Müll wurde durch die Stuttgarter Innenstadt gerollt.

Gemeinschaftsarbeit Mailand / Innenhof
Video
07:56 min
2015

137kg Plastik-Müll produziert ein in Europa lebender Mensch pro Jahr. 110 kg sind gerade soviel, dass es noch möglich ist, diese Menge aus eigener Kraft zu befördern. Die daraus geformte Kugel ist phlegmatisch, zäh und extrem träge. Sie blockiert, verstopft, ist überall im Weg. Ihr unberechenbarer und gewaltiger Charakter wird zur Überforderung für den Menschen. Fast bis zur völligen körperlichen Erschöpfung wird die Kugel durch den sozialen Raum bewegt. Hierbei versinnbildlichen Frida Innenhof und Günther Mailand eine Zukunftsutopie, in welcher der Kunststoffbestand der Welt ein kritisches Maß bereits überschritten hat und geben den spontan mit der Kugel konfrontierten Menschen eine erfahrbare Demonstration dieses Szenarios. Nichts destotrotz wird der Auslöser für diese Problematik weniger im Konsumverhalten der Menschen, als in ökonomischen Notwendigkeiten eines freilich durchaus von Menschenhand geschaffenen Wirtschaftssystems verortet.




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Kota Totale
Im Stuttgarter Stadtteil Killesberg wurden an einem Abend 1041 künstliche Kothaufen verteilt.

Gemeinschaftsarbeit Mailand / Innenhof Kollektiv
2015
Die sogenannten Halbhöhenlagen und speziell die Region Killesberg gehören zu den beliebtesten und teuersten Wohngegenden in der Landeshauptstadt. Sie sind das Prestige-Objekt Stuttgarts. Nur eine Stadt mit entsprechender Festgefahrenheit reagiert auf Abnormitäten mit entsprechend starker Reaktion. Die Aufmerksamkeit von betroffenen Menschen, sowie von regionalen und überregionalen Medien, bestätigt das Bild Stuttgarts, das als überordentlich und spießbürgerlich und somit als einschnürend in seiner Konventionalität wahrgenommen wird.




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Palmtree
Holz, Schuhwerk
2015
Am Strand von Mamallapuram (Indien) entstand eine ca. 2,5 m große Palme aus dort vorgefundenem Schuhwerk.

Ein Land voller Müll, ein Strand voller Müll. Sensible, feinfühlige Menschen. Müll sei ein Problem. Aber die Regierung kümmere sich nicht. Und was Mensch nicht sieht, das gibt es nicht. Also wird ein großer Haufen Sand über die für die Skulptur zusammengetragenen Schlappen und Schuhe gebaggert. Problem gelöst. Am Strand lebende Fischerkids helfen mit großer Freude die Latschen wieder auszugraben, Brauchbares wird von ihnen gleich behalten, egal ob zu groß oder nicht zusammenpassend.




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Knotungen
Drainageschlauch, Kabelbinder
2014
Auf mehreren Baustellen Stuttgarts wurden aus vorgefundenem Material Schlauch-Verknotungen erzeugt und als Skulpturen hinterlassen.
Die Baustelle als Ort der Veränderung. Als Lager für Material, das in Form zu bringen ist. In aktuell ökonomisch dominierten Bauvorhaben Stuttgarts werden subkulturellen Bestrebungen scheinbar eine nachrangige Rolle zugeteilt. Durch die temporäre Umdeutung von Baustellen und ihren Materialien wird eine Hinterfragung von rigorosen Nutzungsbestimmungen von Räumen platziert.




Frida Innenhof

www.mailand-innenhof.org
contact@mailand-innenhof.org

Ich mag die Interpretation von Kunst als den Versuch tatsächliche Veränderungen in der Gesellschaft zu bewirken. Emanzipatives und progressives Gedankengut liefert dabei die zentrale, inhaltliche Ausrichtung. Vornehmlich im Mailand / Innenhof Kollektiv, bestehend aus Günther Mailand, Frida Innenhof und einer losen Anzahl Gleichgesinnter arbeitend, werden Konzepte und Aktionen im öffentlichen Raum durchgeführt. Wenn man eine reale Wirkungskraft entwickeln will, darf man sich nicht auf das Museum beschränken. Der Griff zum Hammer.

Gruppenausstellungen:
2013 "Goho goes Augsburg", City Club, Augsburg
2014 "Habitus", Galerie Hausgeburt, Stuttgart
2015 "There is no drama“, Kunstraum 34, Stuttgart
2015 "Jesus arbeitet nicht", Galerie für Außergewöhnliches, Berlin
2016 "Durchwohnt", Kontor 80, Leipzig

Einzelausstellung:
2016 "Mit dem Hammer ins Gerammer", Kontor 80, Leipzig