Alles muss vergehen

Alles muss vergehen

Folie/Lack

650x300cm

2017

Die Installation ALLES MUSS VERGEHEN bildet ein melancholisch-versöhnliches (Zwischen-)Fazit in der Auseinandersetzung mit der Fragestellung nach unserem Umgang mit Material, Mensch, Umwelt in der Werkserie

ALL TRASH MUST DIE / HUMAN AFTER ALL“


Wieviel Materialismus vertragen der Mensch und sein Habitat? Woher kommen die Materialien, die Ressourcen, die Designs der uns alltäglich umgebenden Alltagswelt. Wohin gehen die Dinge, die obsolet und ausgetauscht wurden?

Der philosophischen Tradition Heraklits folgend, beantwortet die Installation diese Fragen mit der Formel PANAT RHEI, alles ist im Fluss, alles ist vergänglich.

 

 

 

 

 


Human after all

Human after all Human after all

Human after all:

Epimetheus

Inkjetdruck auf Aluverbundplatte

100x170cm

2017

 

Ajax

Inkjetdruck auf Aluverbundplatte

65x100cm

2017

 

Priamos

Inkjetdruck auf Aluverbundplatte

65x100cm

2017

 

 

 

 

 


Ein Übermaß an Materiellem nimmt den Dingen den Wert. In unserer Gesellschaft ist alles für jeden zu jederzeit verfügbar und ersetzbar, Dinge werden produziert um schnellstmöglich durch die nächste Generation ersetzt zu werden: Elektronik, Mode, Autos, Möbel, Spielzeug. Das Prestige des Neuen rechtfertigt die Entsorgung des noch Funktionstüchtigen.


Die Fotoserie Human after all gibt den Dingen ihren Wert zurück.

Als symbolische Maßnahme wird billigstes Plastikspielzeug mittels Fotografie auf (über)menschliche Größe skaliert und deren Gebrauchsspuren als Merkmale hervorgehoben.


Land of dreams Land of dreams
Land of dreams

Land of Dreams
Video
7:30 min
2016

 

video-link

Wir suchen das Land der Träume um unserem Alltag zu entkommen. Auf der Suche stoßen wir auf hochglänzende Prospekte und Werbespots, die in polierten Bildern den Urlaub im Paradies versprechen.

Aufwändig produziert und digital bearbeitet suggerieren diese einen Ort, den es nicht gibt; obwohl wir dies wissen, lassen wir uns doch nur zu gern von den unwirklich schönen Bildern trügen: weiße Strände, türkisblaues Wasser, alle erdenklichen Annehmlichkeiten bereit gestellt von gut gelaunten, gastfreundlichen Einheimischen, der Himmel auf Erden.

Wir kaufen die Ware Urlaubsziel, in der Hoffnung, sie könnte der Darstellung in den Hochglanzspots gleichen. Um den Kreis zu schließen, dokumentieren wir die Wirklichkeit vor Ort dann für die Daheimgebliebenen. Mit Filtern und Foto-Apps werden die Bilder aus dem Prospekt imitiert.

Ein Kreislauf der Illusion.


In der Videoarbeit LAND OF DREAMS werden Teile von Werbespots für Urlaubsdestinationen verwendet und Schritt für Schritt manipuliert. Im ersten Durchgang noch original, im zweiten und dritten mit kaum merklichen Verbesserungen, hier eine störende Wolke oder ein überflüssiger Stein weniger, dort eine Palme mehr, der Strand etwas weißer, der Himmel etwas blauer.
Die Postproduktion nimmt jedoch im späteren Verlauf zunehmend groteske Züge an und überschlägt sich bis hin zur Dekonstruktion.



 

 


Baton Beauty Jakob Tyroller    
baton beauty Jakob Tyroller

baton beauty
Installation, 40-teilig
Gips
2015

Die skulpturale Installation „baton beauty“ ist Teil des Werkkomplexes „bold and beautiful police“. In diesem wird eine “non-violence utopia” erdacht, in der Gewalt ein obsoletes Konzept ist.
Ursprünglich ein Arbeitsgerät, die Kurbel an Mühlsteinen, ist das Tonfa, der „Mehrzweckeinsatzstock“ seinem friedlichen Zweck entfremdet und ein Symbol und Gerät der monopolisierten Gewalt des Staates gegenüber der Bevölkerung geworden.
In „baton beauty“ werden die Werkzeuge des Gewaltmonopols zur reinen Form, die Funktion verliert sich und verblasst. Wie die Knochen eines Elefantenfriedhofes, ausgeblichen und zerbrechlich, Zeugen einer vergangenen Zeit, ruhen die nutzlos gewordenen Schlaggeräte, beiläufig abgeladen und zu einem unprätentiösen Scheiter-Haufen aufgeschichtet.




 


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Bold and Beautiful Police
digitale Zeichnung
2000x3000px
2015

In dieser Arbeit geht es um die zunehmende Militarisierung der Polizei, der Gesellschaft im Allgemeinen, die Banalisierung und Selbstverständlichkeit derselben. Es geht um die Angst und das Unbehagen davor. Das Problem sehe ich besonders in dem Umstand, dass wir uns als Bürger und Gesellschaft an den Anblick hochgerüsteter und schwerbewaffneter Exekutivbeamter gewöhnen.

Um diese Banalisierung ironisch zu brechen, lege ich den Protagonisten Gedanken in den Mund – Zitate, entlehnt aus der amerikanischen Seifenoper „Reich und Schön“ –, die sie als fühlende Menschen ausweisen.




 


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INVASIV 5
Keramik
27x50x20
2015


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INVASIV 4
Keramik
40x140x90
2015
INVASIV 3
Keramik
19x29x29
2015

INVASIV

Die Formen meiner Skulpturen sind der Pflanzen- und Tierwelt entliehen, sie sind inspiriert von archaischen Lebewesen wie Anemonen, Kalmaren und Pilzen. Sie wuchern aus dem Boden, dringen in die gewohnten Räume ein, die wir für geschützt und sicher hielten. Sie sind bedrohlich aber nicht drohend, nehmen ihren Lauf, suchen ihren Platz, nur ihrem Instinkt folgend.

Meine Keramiken stoßen den Betrachter zwar aufgrund der ihnen eigenen Virilität ab, ihre materielle Ästhetik wirkt jedoch anziehend und elegant.




 


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MSK
Collage auf Gips
20x12x5
2013

Wenn wir auf die Welt kommen, ist das Erste, was von uns zu sehen ist, unser Kopf, unser Gesicht. Mimik ist die erste Kommunikationsform zwischen Eltern und Kind. Das Minenspiel unserer Mitmenschen spricht uns in einer direkten, ursprünglichen und unmittelbaren Art an, bewusst wie unbewusst. 26 Gesichtsmuskeln steuern eine nonverbale Kommunikation, die einzigartig ist im Tierreich: Wir runzeln die Stirn, rümpfen die Nase, lächeln, starren, verdrehen die Augen. In der Werkserie MASKEN setze ich mich mit den Phänomenen Mensch und Gesicht, Maske und Mimik auseinander.
Die Masken gehen konsequent den Weg der Reduktion auf das menschliche Gesicht, nur ein Relief scheint aus der Wand hervorzutreten, losgelöst von den dazugehörenden Körpern. Aus Einzelteilen unterschiedlichster Gesichtsabbildungen lasse ich neue Menschen-Mischwesen entstehen. Da verschmilzt der verurteilte Mörder mit dem unschuldigen Mädchen, der Student mit dem Filmstar, das Pärchen zur androgynen Mischform.

 





Jakob Tyroller

PDF-Portfolio
www.jakob-tyroller.de

 

Kontakt:

j.tyroller@gmx.net





Vita:

*1982 in Lörrach

2007-2011    Studium Bildende Kunst/Freie Malerei
Freie Hochschule für Bildende Kunst und Grafikdesign Freiburg bei Prof Ben Hübsch, Prof Dietrich
Schön und Prof Klaus Merkel

Seit 2011    Studium Bildende Kunst
Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
bei Prof Werner Pokorny und Prof Birgit
Brenner

2016     Studium Bildende Kunst/Skulptur und Installation
Estnische Kunstakademie Tallinn
bei Prof Jacob Jessen    


Ausstellungen:


2011
KLASSE
    Gruppenausstellung
    Waldkirch, Kunstforum Waldkirch

2013
MASKEN
    Einzelausstellung
    Stuttgart, Hochstand166

2014
ZU TISCH
    Gruppenausstellung
    Stuttgart, Kulturniederlassung Südwest

2015
PFÖRTNERHAUS #1
    Einzelausstellung
    Freiburg, Pförtnerhaus

2015
COSMIC COTTON
    Gruppenausstellung
    Berlin, Kunstraum auf Zeit

2015
ICH LEBE NOCH UM AUSZUSTELLEN
    Gruppenausstellung
    Stuttgart, Fliedner Klinik

2015
THERE IS NO DRAMA
    Gruppenausstellung
    Stuttgart, Kunstraum 34

2015
REGIONALE 16
    Gruppenausstellung
    Hegenheim (Frankreich), FABRIKculture

2015
Pförtnerhaus #6 (24)
    Gruppenausstellung
    Freiburg, Pförtnerhaus

2016
CINEMATIC SCULPTURE
    Gruppenausstellung
    Tallinn (Estland), Raja Gallery

2016
GOOD WILL, BEST INTENTIONS, TERRIBLE MISUNDERSTANDING

    Gruppenausstellung

    Kunstbezirk

2016
JUST IN TIME
    Gruppenausstellung
    Akku, Stuttgart

2017
RERUM COMPRESSIO

    Einzelausstellung

    Kunsthalle Linz Export

 
2017
C.A.R. TALENTS

    Gruppenausstellung

    Contemporary Art Ruhr, Essen


2017
SILICONE IS A GREY CRYSTAL

    Gruppenausstellung

    Haus der Elektronischen Künste,

    Basel