Commodities and Capabilities
 
Commodities and Capabilities

Europalette, ESD-Eurobehälter, Stretchfolie, Sprühfarbe>

120 x 80 x 160 cm

2017

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf einer Euro-Palette stehen 16 aufeinandergestapelte schwarze Transportboxen, die mit Stretchfolie zusammengehalten werden. Insgesamt erinnert der Aufbau an eine Transporteinheit von Gütern in der industriellen Fertigung. Rundherum ist diese mit dem Wort „free“ beschriftet. Als frei werden Güter bei der Warenannahme markiert, die geprüft und zur Weiterverarbeitung freigegeben sind. Jedoch entsteht durch die wiederholte handschriftliche und mehrfarbige Typografie des Wortes „free“ ein Kontrast zum ansonsten industriellen Erscheinungsbild der Arbeit, welcher auf die Möglichkeit von Freiheit anspielt. Auch der Titel der Arbeit greift diese Gegenüberstellung von Gütern und Möglichkeiten auf.

Commodities and Capabilities verweist auf das Werk des Wirtschaftswissenschaftlers und Philosophen Amarty Sen, welcher in seiner Theorie Development as Freedom (1999) die Ansicht vertritt, dass die Vergrößerung der individuellen Freiheiten relevanter ist als das Wachstum anderer messbarer Größen wie das Bruttoinlandsprodukt. Er entwirft ein Konzept, nach dem die Freiheit beziehungsweise die Verwirklichungschancen die Basis des ethischen Handelns und das eigentliche Entwicklungsziel wirtschaftlichen Handelns sind.

 

 

 

 

 



 

Work-Life-Balance

Installation

Whiteboards, Baumstücke

je 120 x 90 cm

2017

Drei Whiteboards stehen jeweils unterschiedlichen Baumstücken gegenüber. Deren Zusammenspiel greift die Dichotomie von Kultur und Natur auf. Die Bildträger, die dem Interieur von Büroräumen entnommen sind, wurden mit non-permanenten Markern beschriftet und zeigen Mantras des modernen Lebens auf individueller, gesellschaftlicher und universeller Ebene: ALL SITUATIONS ARE TEMPORARY, WE HAVE TO FOCUS und YOU ARE ENOUGH. Die verschiedenen Typografien sowie deren Größe, Farbigkeit, Frequentierung und Dekonstruktion unterstreichen zusätzlich deren Aussagen.

 

 

 

 

 


Sale


 

Sale


 

Sale

T-Shirts, Kleiderbügel, Duftspray, Aufhängung

Maße variabel

2016



Die Arbeit Sale besteht aus zwei Gruppen von gehängten T-Shirts. Sie sind in männlich und weiblich und in die Größen S, M und L unterteilt. In ihrer Präsentation bedient sich die Arbeit dem Konzept des Point-of-Sale-Marketings. So bezeichnet man alle Bemühungen, die den tatsächlichen Verkauf an dem Ort, an dem der Kaufvorgang stattfindet, erhöhen. Die richtige Inszenierung soll beim Kunden positive Gefühle wecken. Dies geschieht durch die Berücksichtigung aller Sinne, aber vor allem durch optische Anreize. In der Installation sind die T-Shirts akkurat aufgereiht, werden durch Beleuchtung in Szene gesetzt und verströmen einen angenehmen Geruch von frisch gewaschener Wäsche. Die simplen T-Shirts, die dem Betrachter aus Schaufensterwerbung bekannt sind, sollen somit kaufenswert erscheinen. Diese Bemühungen laufen jedoch ins Leere, denn sie sind in einem unverkäuflichen Kontext zur Schau gestellt. Der eigentliche Point-of-Sale, also der Verkaufsort, existiert nicht. Die Arbeit wurde im Rahmen der Ausstellung ShopShop gezeigt, welche auf den ersten Blick an einen Pop-Up-Store erinnerte, jedoch keine verkäuflichen Waren anbot.

 

 

 

 

 


Latest Greatest

 

 

 

 



Latest Greatest

 

 

 

 



Latest Greatest
Sprühfarbe auf Beton

160 x 60cm

2016

In einem ehemaligen Luftschutzbunker habe ich den Schriftzug LATEST GREATEST mit roter Farbe an die Wand gesprayt. Der Bunker befindet sich auf der abgeschiedenen und kaum besiedelten Insel Susak bei Kroatien. Der Schriftzug kommentiert die Namen und Jahreszahlen, die von den Besuchern als Zeugnis ihres Daseins hinterlassen wurden. Einerseits steht der Ausdruck Latest Greatest für das Verhalten immer den neuesten Dingen nachzujagen, andererseits bezeichnet er in der Softwareentwicklung das Verfahren von verschiedenen Softwareständen den aktuellsten zu favorisieren. Die Betitelung und die Verortung in einem verlassenen Bunker auf einer Insel kann somit als Kommentar für diese Praxis des Übertrumpfens gesehen werden.

 

 

 

 

 


Serendipity  

Serendipity

Digitalfotografien

2015-2017

 

 

 

 

Bei dieser Serie handelt es sich um Fotografien, die durch unabsichtliches Auslösen mit meinem Smartphone entstanden sind. Der Begriff Serendipity bezeichnet übersetzt eine zufällige Beobachtung von etwas ursprünglich nicht Gesuchtem, das sich als neue und überraschende Entdeckung erweist.

 


 

 

 

Quick Response - Juliane Gebhardt Quick Response - Juliane Gebhardt Quick Response - Juliane Gebhardt

Quick Response
Briefmarkensammelalben, QR-Codes
13,5 x 16cm und 19 x 12 cm
2015

 

 

 

 

 

Default Data - Juliane Gebhardt Default Data - Juliane Gebhardt  

Default Data
Manipulierte Fotodateien
2013

 

 

 

 

Bei dieser Bilderserie habe ich absichtlich Fehler erzeugt, indem ich in den Code der zugrundeliegenden Fotografien eingegriffen habe. Die Bildergebnisse unterliegen partiell dem Zufall. Solche Darstellungsfehler in digitalen Anwendungen bezeichnet man auch als Glitch oder Bug.

 

 

 

 

 

 



Juliane Gebhardt

juli.s.geb@gmail.com

 

Vita:

geboren 1990 in Karlsruhe
2010-2013 Studium der Betriebswirtschaftslehre in Karlsruhe
2013-2014 Studium an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle in der Klasse von Prof. Una Moehrke
2014-2015 Studium an der Kunstakademie Stuttgart in der Klasse von Prof. Andreas Opiolka
seit 2015 Studium an der Kunstakademie Stuttgart in der Klasse von Prof. Birgit Brenner

 

Ausstellungen:

2014 Togetherness, Kunstverein Dessau
2016 Just In Time, AKKU in Stuttgart
2017 Bergstaffel Vol. 3, Bergstaffel in Stuttgart