Die Ausstellungsreihe Just In Time ist ein Kooperationsprojekt der Klassen von Birgit Brenner (Kunstakademie Stuttgart) und Sabine Groß (Kunsthochschule Mainz). Der Ausstellungstitel verweist auf ein logistikorientiertes, dezentrales Organisationskonzept aus der industriellen Fertigung. Bei der JIT-Produktion wird das Material nur in der Menge und zu dem Zeitpunkt geliefert, wie es für eine bedarfsorientierte Produktion benötigt wird. Bei diesem Prinzip ist eine genaue Abstimmung der Produktions- und Materialflüsse entlang der Lieferkette erforderlich. Dies kann nur durch eine enge Zusammenarbeit von Lieferanten und Abnehmern erreicht werden. Der Gesamtprozess wird dadurch schlanker, sowie die Durchlaufzeiten verkürzt. Angelehnt an dieses Prinzip finden in der Ausstellungsreihe innerhalb von drei Wochen sechs aufeinanderfolgende Projekte statt. Die einzelnen Eröffnungen sind eng getaktet, haben somit verkürzte Laufzeiten und erfordern eine genaue Abstimmung untereinander. Die Auf- und Abbauphasen werden durch die Einsehbarkeit der Räume in das Konzept miteinbezogen. Wie bei einer Produktionskette nehmen die Ausstellenden sowohl die Rolle von Zulieferern als auch von Abnehmern wechselseitig ein.


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ShopShop


Teilnehmende Künstler:


Katharina Becker

Klaas Eggert

Nomka Enkhee

Marlene Fischer

Juliane Gebhardt

Selma Carla Georgi

Shana Levy

Katrin Nicklas

Leonora Nieling

Antje Peter

Julia Schrupp

Jakob Tyroller


Ausstellungsdaten:

25.11 - 27.11.2016



Welcome to ShopShop!

Treten Sie ein in die Welt der massenkompatiblen Unikate.

Sie suchen Kunst im Mit-Nehm-Format, die dennoch unbezahlbar ist?

Dann sind sie bei uns genau richtig. ShopShop bietet alles, was das Herz des modernen Kunst-Endverbrauchers begehrt. Geben Sie sich der Sammelwut hin!

Potenzieren Sie mit uns den Algorithmus, mit dem sich der Bedarf an Radiergummis in Erdnuss-Form auf das kultivierte Interesse an Rembrandts Meisterwerken zurückführen lässt! Kunst, Konsum & Kommerz - betreten Sie die Sackgasse, die Ihnen den Weg zur vollendeten Kunstrezeption weist.








Viewpoints

 

Stakkato, Leistungssoll, Tristesse. Schaffe Schaffe im Rhythmus von Zeitfenstern.

Im gerasterten Raum entwickeln sich spannungsvolle Verhältnisse von Körper zu Körper und Körper zu Raum.

So wird körperliche Arbeit in einem intellektuellen Kontext geleistet. Just in Time.

Katharina Becker

Marlene Fischer

Selma Carla Georgi

Katrin Nicklas

Leonora Nieling

Antje Peter

Julia Schrupp
Eva-Maria Hohenadel








SL111M JESUS RESUSCITATION 1


Opening: 1.12.2016, 19 Uhr; (1.12.2016) 19:30 Uhr BEEZZ OPERA #low_pitched #boomin 2.-4.12.2016 14-18 Uhr AKKU Gerberstraße 5c, 70178 Stuttgart

Teilnehmer: ANTONIA CHRISTL, GRUPPE CIS, MARTINA BUCK

 

Manipulation ist der Schlüssel zur Show SL111M JESUS RESUSCITATION 1. Manipulation tritt hier in Erscheinung als Werkzeug, Strategem, Manöver und Verführung. Martina Buck, Gruppe CIS und Antonia Christl präsentieren drei Projekte und schöpfen dabei aus dem Leben als manipulations-ubiquitärem Raum. Die voneinander unabhängigen Fälle zeigen Twens & Thirts in ihrem Willen, mit externem Lebenssaft tief zu dringen und dem physikalischen Widerstand der Oberfläche nachzugeben. Eine andere Geschichte erzählt von verdeckter individueller sowie gesellschaftlicher Zerschlagung und Rehabilitation beziehungsweise von Mord und dem Versuch wiederzubeleben. Daneben wird der zeitgenössische Stand der Technik in der Suggestion von Räumlichkeit vertieft. Der junge Slim Jesus steht aufgrund seiner Reanimation als Lichtgestalt über diesem Projekt. Wie gelang die Rückholung des Slim Jesus? Come and see SL111M JESUS RESUSCITATION 1!








Castor & Pollux


Die Teilausstellung „Castor & Pollux“ beschäftigt sich mit der räumlichen Trennung der beiden an „Just in Time“ teilnehmenden Klassen. Dabei soll die in Stuttgart stattfindende Ausstellung nach Mainz übertragen werden. Jedes Mitglied der Gruppe „Castor & Pollux“ nahm dazu eines der anderen Teilprojekte („ShopShop“, „Viewpoints“, „Manipulation“, „Genesis“, „Marmortherapie“) als Ausgangspunkt für eine Arbeit. Diese werden nun gemeinsam in einem anderen Kontext gezeigt. Und so verbinden sich zwei eigentlich getrennte Orte oder Räume, so wie die beiden Dioskuren, der sterbliche Castor und der unsterbliche Pollux, zwischen der Welt der Menschen und der der Götter wandeln und diese in sich verbinden.


Ausstellungsdauer: 30.11.-08.12.2016
Eröffnung: 29.11.2016, 19:00 Uhr

Teilnehmer_innen:
Kim, HyunJin
Kim, Taeeun
Mizukawa, Saki
Seibert, Angelina
Weber, Marcel




GENESIS


Es wird produziert. Ohne Ende. Vom Fließband. Ohne Umwege. Auf den Schutthaufen.

Die Produktion läuft auf Hochtouren um unseren Bedarf an Dingen zu stillen, deren Prädestination die Mülltonne ist. Eine Industrie, die nicht stillsteht, kann nur effizient sein, wenn die Produkte, die sie ausspuckt, eine geringe Lebenserwartung haben. In immer kürzeren Abständen werden neue Moden konstruiert, Begehrlichkeiten geweckt, um auch Intaktem noch die Berechtigung zur Entsorgung zu verleihen.

GENESIS ist der Segen, der zum Fluch wird, im Zeitraffer. Der Erfindungsreichtum des Menschen, Kreativität und Schaffensdrang, stellen einen Grundpfeiler unserer kulturellen Zivilisation dar. Über das Ziel hinaus geschossen, von der Notwendigkeit und dem Nutzen hin zu pervertiertem Überangebot und kalkulierter Nicht-Qualität, wird produziert um des Produzierens Willen, um das Geschäft am Laufen zu halten.

Andy Dobler

Jakob Tyroller

Julia Kreutzer

Suah Im

Martina Buck

Christina Koch

Rebecca Ogle

Daniel Frey

Anat Ivgi









Marmortherapie - Die ideale Schwere


Im Ausstellungsraum befindet sich ein Anmeldetresen an dem eine Empfangsdame einzelnen Besucher*innen Eintritt zur Marmortherapie gewährt, die im hinteren Raum stattfindet. Der eigentliche Ausstellungsraum wird somit zu einem Wartezimmer, Besucher*innen zu Patient*innen. Sie werden durch ein Schild an der Wand zu Ruhe aufgefordert. Werbeplakate verweisen auf eine neuartige Therapieform: We take care of you // You feel the wellness // Wellness starts with aesthetics.

Im hinteren Therapieraum werden die Patient*innen von zwei Therapeutinnen empfangen.

Dieser Raum bietet eine individuelle Erfahrung synästhetischer Art. Angeleitet von einer Computerstimme begeben sich die Patient*innen auf eine Therapiepliege und bekommen von den Therapeutinnen eine Marmorplatte auf ihr Zentrum gelegt. Die Patient*innen erleben für einen Moment die ideale Schwere. Die Therapie suggeriert ihnen eine vermeintliche Entspannung.

Eine Gemeinschaftsarbeit von PassBeyeCandy (Selina Rosa Ruffing und Julia Carolin Kothe), Lili Weyrich und Laura Fröhlich.



Performance

2016